Vorläufige Resultate
PH Heidelberg
Universität Erfurt
Universität Münster
SDD, Halle, 21.09.2026
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Mit Blick auf den Vergleich von Peer-to-Peer- und Peer-to-AI-Chats über Lyrik in der Lehramtsausbildung erwarten wir,
dass Studierende in Dialogen mit KI überwiegend versuchen, Belege für ein verifizierbares Interpretationsergebnis anzuhäufen (Rosenblatt 1986, 124–125, übers.) \(\rightarrow\) efferente Haltung,
dass Studierende in Dialogen mit Peers den Text als Literatur verhandeln: „Instead of being tools for conveying meaning, texts are arenas for generating meaning“ (Corrigan 2019, 7). \(\rightarrow\) ästhetische Haltung
❓ Forschungsfrage
Inwiefern unterscheidet sich das Gesprächsverhalten von Lehramtsstudierenden in der Anschlusskommunikation zu zwei Gedichten, je nachdem, ob diese in dyadischen Chats mit einer Kommiliton:in oder mit einem Chatbot stattfindet?
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| extraktiv-abfragend | tentativ-hypothesengeleitet |
|---|---|
| 1.1 Isolierte Frage | 1.4 Verfolgen einer Hypothese |
| 1.2 Beantwortung einer isolierten Frage | 1.5 Tentative Bedeutungsgenerierung |
| query = 1.1 + 1.2 | hypo = 1.4 + 1.5 |
\[\text{Modus-Index} \;=\; \frac{\text{hypo} - \text{query}}{\text{hypo} + \text{query}} \;\in\; [-1,\,+1]\]
U-Test, zweiseitig
Angenommen, man betrachtet zufällig gezogene Paare aus einem P2P-Chat und einem P2AI-Chat.
\(H_0\): Innerhalb eines Paares hat jeder der beiden Chats mit gleicher Wahrscheinlichkeit den höheren Indexwert.
\(H_1\): Die Wahrscheinlichkeit ist für beide nicht gleich.
U = 708, p-value = 9.647e-07
r (rank biserial) | 95% CI
--------------------------------
0.73 | [0.54, 0.84]
Paare mit Modus(P2P) > Modus(P2AI): 86%
Wir bilden wieder Paare jeweils aus einem P2P- und einem P2AI-Chat. Bei wie viel Prozent der Paare gewinnt das eine oder das andere Setting häufiger?
Grün heißt: Häufiger bei P2P-Chat.
Braun heißt: Häufiger bei P2AI-Chat.
| (Nicht-)Wissen | 89% |
| Bestätigen * | 89% |
| Tentative Bedeutungsgenerierung ** | 84% |
| Emotion im Text (nur Knabe im Moor) | 79% |
| Expliziter Textbezug | 70% |
| Deutung einzelner Textelemente | 70% |
| Isolierte Frage | 92% |
| Externer Kontext *** | 69% |
| Gegenwartsbezug *** | 64% |
| Gesamtdeutung des Textes * | 50%, n.s. |
| Widersprechen **** | 54%, n.s. |
[…]
Beim reinen Zuhören habe ich das Gedicht erst so interpretiert, dass es vielleicht um Freiheit geht. Also dass ein Mensch an einem Anwesen […] fest sitzt […] Während des Lesens ist mir in der letzten Strophe aufgefallen, dass es wahrscheinlich mehr um eine Frau geht, die nicht an einem Ort festgehalten wird, sondern mehr in ihrer Rolle als Frau und sich deshalb in ihrem Rollenbild gefangen fühlt […]. Das Gedicht löst in mir ein Gefühl von Mitleid aus […].
Das ist eine sehr interessante Interpretation! Die Vorstellung von Freiheit und Gefangenschaft ist in diesem Gedicht wirklich stark präsent. Besonders die letzte Strophe hebt die Geschlechterrollen hervor […]. Wie empfindest du die Darstellung der Natur in diesem Gedicht? Glaubst du, dass sie eine Rolle in der Sehnsucht nach Freiheit spielt?
[…]
Da fällt mir gerade noch ein, den Wind kann man auch gut mit Freiheit assoziieren, denn den Wind gibt es ja nur draußen in der Natur und nicht innen in Räumlichkeiten. […]
Das ist ein spannender Gedanke! Der Wind als Symbol für Freiheit ist sehr passend, denn er bewegt sich frei und ungebunden durch die Welt. […]
[…]
Ich frage mich noch, wieso zwei mal das Thema mit den offenen Haaren aufgegriffen wird.
[…] Im Kontext des Gedichts könnte das Lösen der Haare ein Akt des Widerstands gegen die gesellschaftlichen Erwartungen und Einschränkungen sein, denen das lyrische Ich unterworfen ist. […]
Ja ich denke das passt ganz gut zu dem was ich auch erwartet habe, dass Außenstehende das natürliche Haar nicht sehen dürfen, sondern nur dass gebändigte Haar, das mithilfe von anderen Frauen zurechtgemacht wurde. […]
[…]
HD1_002_19.05.25
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Christina Wietig (PH Heidelberg)
Marco Magirius (Uni Erfurt)
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magirius.bsky.social
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Sebastian Bernhardt (Uni Münster)
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